Smartphones erobern den Mainstream

Das Genre des Smartphones wird wohl so einige der herkömmlichen Medien ablösen. Wobei es mittlerweile gar nicht mehr so wichtig zu sein scheint, dass es sich um ein Telephon handelt.

Eine Gerätekategorie, die noch nicht allzu lange auf dem Markt ist, ist jene des Smartphones. Es erfüllt mittlerweile die Funktionen unterschiedlicher Apparate, die es in sich vereint. Der Reiz, der davon ausgeht, ist klar: man hat mobil in nur einem Gegenstand dabei, wofür man früher unterschiedlich Gerätschaften gebraucht hätte. Man hat sogar erheblich mehr dabei, als man normalerweise eingesteckt hätte.

 Pioniere mit Kompass

Es verhielt sich ja einst so, dass man sich überhaupt nur widerwillig und nach reiflicher Überlegung ein Mobiltelephon angeschafft hat, es sei denn, man war reich und / oder ein veritabler Pionier der neuen Technologien. Ganz ehrlich, man hielt das Ding ja doch zunächst für nutzlos und teuer, gab es doch an jeder Ecke öffentliche Fernsprecher. Aber abgesehen von der Preispolitik der Anbieter wurden die mobilen Handtelephone auch auf Softwareebene immer attraktiver. Doch haben naturgemäß stets die Gebühren eine Rolle gespielt, denn ohne Internetflatrate macht das schönste und fähigste Smartphone keinen Sinn und bringt auch keinen Spaß. Und die Flatrate muss erschwinglich sein, sonst ist das Produkt nicht massentauglich. In diese Richtung geht die Entwicklung mittlerweile und hat einen erstaunlichen Einfluss auf die Kultur. Twittern von Unterwegs ermöglicht Nachrichten fast in Echtzeit; man muss dank Songerkennung mit großer Datenbank nicht mehr den DJ fragen, was er gerade gespielt hat (bequem aber schade), ärgert sich aber auch nicht mehr, wenn mal im Radio ein Stück nicht an- und abgesagt wurde (vortrefflich!); hat immer eine Wasserwaage dabei, ohne dass man einen Werkzeugkoffer mit sich schleppen müsste, kann sich per Kompass orientieren oder sich gleich auf der Land-, bzw. Stadtkarte verorten.

Die ständige Verfügbarkeit von Information ist natürlich schon auch unheimlich, und je höher die Informationsdichte im Internet und je höher entwickelt die Telephone, desto größer wird auch das Stalkingpotential, von privater oder staatlicher Seite: wenn man nicht aufpasst wie ein Schießhund, Smartphones erobern den Mainstreamläuft man Gefahr, zum gläsernen Bürger zu werden.

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