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04 Aug

Das Problem mit der Lautheit

Musik wird immer lauter. Ob Radio, Handy, Fernsehen oder im Audiostream im Internet: die Musik wird immer lauter, und zwar zulasten ihrer Klangqualität. Okay, die angeführten Medien bringen ohnehin gewisse Einbußen beim Hörgenuss mit sich, denn sie sind nicht die audiophilsten aller Wiedergabemöglichkeiten. Doch es ist vor allem der Markt, der den künstlerischen Wert musikalischer Produktionen mindert. Naturgemäß sorgt nicht der Markt selber dafür, dass die Musik schlechter klingt, sondern vielmehr veranlassen seine Gesetze die Plattenfirmen dazu, Maßnahmen zu ergreifen, die unter zum Teil erheblichen Einbußen beim Hörvergnügen den Profit pushen. Das Problem ist folgendes: was im Verhältnis lauter klingt, klingt für den Hörer zunächst besser – eine psychoakustische Tatsache. Natürlich ist das mit der Lautstärke eigentlich eine Sache, die man mit dem Regler an der Stereoanlage einstellt. Nur – wer justiert schon ständig nach, wenn er (Internet-)Radio hört oder sich durch den iTunes- oder Amazon-Shop klickt? Na also! Deshalb achten die Firmen, die Musik verkaufen möchten, darauf, dass ihre Produkte (und für die großen Unternehmen handelt es sich bei Musik nicht um Kunst, sondern um Produkte) möglichst laut über den Äther gehen. Und dass die Tonträger möglichst laut klingen. Da alle dies tun und die Musik in der Regel zusätzlich noch Lautstärkeschwankungen unterliegt, reicht es nicht, das Lautstärkemaximum einer CD oder Schallplatte auszureizen – im Konkurrenzkampf um die Anteile am Musikmarkt will man mehr. Über das Maximum hinaus.

Mehr als das meiste

Was unmöglich klingt, ist tatsächlich ein erreichbares Ziel: man kann Musik lauter erscheinen lassen, wenn man Kompressionen und Verzerrungen in Kauf nimmt. Das führt dazu, dass man sich von der Dynamik des Stückes verabschieden kann, da die leisen Stellen genauso laut klingen wie die lautesten. Und auf diese Weise fallen zarte und leise Instrumente in einem Ensemble in den Ohren des Hörers mitunter einfach weg, die Ohren ermüden schneller und der traditionelle Lautstärkeanstieg beim Refrain fällt weg, und mit ihm das euphorisierende Erlebnis. Man kann nur hoffen, dass in dieser Hinsicht ein Umdenken stattfindet, doch leider zieht die Industrie das Geld gegenüber einem hochwertigen Produkt vor.

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