The Aluminum Group – Sound und Ästhetik
The Aluminum Group ist eine ziemlich stylishe und zugleich seltsame Erscheinung. Auch schon in Einrichtungsheften ist sie schon aufgetreten.
Doch auch wenn es ein Stuhldesign unter diesem Namen geht, geht es in diesem Zusammenhang nicht um Sitzgelegenheiten aus Metall oder Raumgestaltung, sondern um ein glatzköpfiges Brüderpaar mit einer ganz eigentümlichen Ästhetik. Angefangen haben John und Frank Navin in der Hardcore-Band mit dem Namen „Women In Love“. Was die Gebrüder Navin aus Chicago allerdings heute produzieren, hat mit Hardcore nicht mehr sehr viel zu tun, um nicht gleich zu sagen: überhaupt gar nichts. Statt dessen hat man sich sanfteren Klängen verschrieben, die der All Music Guide unter „Chamber Pop“ einordnet – ein undankbares Label, keine Frage, aber welche Zuordnung ist das nicht? Der idiosynkratische Pop speist sich aus so unterschiedlichen Einflüssen wie Bossa Nova und fortschrittlicher Elektronik. Einfllüsse, die zwar höchst unterschiedlich, aber trotzdem in dieser Kombination durchaus nicht ungebräuchlich sind. Um sich nun vom langweiligen Café-del-Mar- oder Nouvelle-Vague-Einerlei abzuheben schreiben die beiden elaborierte und wunderbare Songs, die trotz aller Finessen eingängig sind. Wer die Musik allerdings losgelöst von ihren Texten anhört und als angenehme akustische Tapete missbraucht, sollte mit einer Feder k.o. geschlagen werden. Doch andererseits – zunächst ist es doch einfach nur schön, wenn ausnahmsweise mal jemand die richtige Musik hört.