Partykeller, wo bis du hin?
Es gab mal eine Zeit, da eröffnete manch eine Nebeneingangstür den Zugang zum Paradies. Denn nicht selten führte dieser separate Eingang im unscheinbaren Grau in den Partykeller. Diese Zeit ist leider lange schon vorbei, sodass, wer heute in der Hoffnung auf Discokugel und Käseigel, auf Fototapete und Bowleschale die Nebeneingangstür öffnet, über Rasenmäher und Schneeschippe stolpert. Ganz unbemerkt hat sich solch Unrat in viele der Partykeller geschlichen, die in den 70er und 80er Jahren die Schauplätze schillernder Discoabende gewesen sind.
Heute, im Jahr 2011, ist der Partykeller fast vergessen. Verstaubt sind Discokugel und Theke, Zapfhahn und Barhocker, in die hintersten Ecken geräumt der Käseigel, die Lichtorgel und die Nebelmaschine. Nur hartnäckigen Nostalgikern kann es in diesen Tagen passieren, dass sie in sehnsüchtigem Gedenken an Partyabende mit engem Tanz auf weichem Teppich unter der sich endlos drehenden Discokugel die Nebeneingangstür öffnen und eine Abstellkammer vorfinden. Das ist sehr schade. Doch so lange sich Menschen an diese besondere Zeit der Partykeller erinnern können, ist es noch nicht zu spät. Und vielleicht lässt der eine oder andere sich an dieser Stelle dazu inspirieren, Nebeneingangstür und Kellerraum aus ihrem verstaubten Dasein zu erlösen und sich das Disco-Feeling in die eigenen vier Wände zu holen.
Die Nebeneingangstür als Pforte zum Paradies
Die Retro-Welle der vergangenen Jahre, die bis jetzt in Wohntrends, Lifestyle, Mode und Musik präsent ist, hatte uns hoffen lassen, dass man sich an den Partykeller erinnern würde. Denn Fototapeten und Psychedelic-Muster, Plastikmöbel und Discokugeln, die Farben Pink, Orange und Giftgrün sind schon länger wieder angesagt. Die nötigen Einrichtungsgegenstände und Accessoires für einen richtigen Discokeller im originalen Stil der 70er oder 80er Jahre sind also vorhanden. In wessen Keller ein Raum frei ist, der optimalerweise über eine separate Nebeneingangstür zugänglich ist, der sollte das Gerümpel daraus entfernen und sich ans Werk machen. Die Fototapete an der Wand ist hierfür zwingend erforderlich. An der Decke ist die Discokugel ein Muss. Die übrigen Wände werden in Schwarz oder einer die Augen strapazierenden Farbe wie Pink, Giftgrün oder Grellorange gestrichen und mit Filmplakaten, Wagenrädern, ausgestopften Tieren, Fischernetzen oder Ähnlichem dekoriert.
Theke und Zapfhahn, Discokugel und Käseigel
Auf den Boden kommt ein Teppich, der mit den übrigen Farben harmoniert, oder, je nach Geschmack, auffällig damit kontrastiert. Zentraler Treffpunkt im Partykeller ist die selbstgezimmerte Theke mit Zapfhahn und einem mit allen möglichen Spirituosen und Gläsern gefüllten Regal dahinter. In der Ecke daneben warten die Platten- und CD-Sammlung und die hochmoderne Hifi-Anlage auf ihren Einsatz. Eine gemütliche Sitzlandschaft in schummrigem Licht lädt zum Verweilen und mehr ein. Wenn jetzt noch die Bowleschale und der Käseigel, die Schnapsgläschen-Sets sowie der Erdnussspender entstaubt sind, dann ist der Partykeller bereit und die Nebeneingangstür ist wieder die Pforte zum Paradies, die sie einst gewesen war.